Die unwiderstehliche Geschichte des Tiramisu

Hausgemachtes Tiramisu

Um die Entstehung des italienischen Desserts ranken sich zahlreiche Legenden. Sie sind so unwiderstehlich wie das Tiramisu selbst und noch immer ist nicht klar, wie die Nachspeise tatsächlich entstanden ist. Nur eines ist sicher: Tiramisu gehört zu den weltweit begehrtesten Desserts.Die zarte Köstlichkeit aus Löffelbiskuits, Mascarpone, Espresso und Kakao schmeichelt dem Gaumen wie kaum eine andere Süßspeise. Je nach Zubereitung ist ein Hauch Amaretto, Marsala oder Weinbrand zu schmecken, andere Varianten werden durch frische Früchte veredelt und selbst als Eis ist die italienische Spezialität äußerst beliebt.

Tiramisu als Kraftnahrung im Krieg

Dieser Geschichte nach ist das Dessert im Ersten Weltkrieg entstanden. Italienische Soldaten wurden von ihren Frauen damit versorgt, wenn sie an die Front gingen. Die nahrhafte Zusammensetzung diente den Männern als Kraftnahrung. Auch Kinder und alte Menschen erhielten das Gericht aus einfachen, aber reichhaltigen Zutaten zur Stärkung. In der Nachkriegszeit entwickelte sich die einstige Aufbaunahrung zum Dessert.

“Optimal, das hat mich hochgezogen!“

Diese Schilderung bezieht sich auf die 1940er Jahre. Ein Gast der Trattoria „Al Vetturino“ in Pieris rief nach dem Genuss eines sehr ähnlichen Desserts begeistert aus „Ottimo, c’ha tirato su!“, was so viel bedeutet wie „Ausgezeichnet, das hat mich hochgezogen!“ Dieser Ausruf inspirierte den Wirt zur Namensgebung „Tireme su“.Laut dieser Version wurde zur Zubereitung des Desserts ursprünglich Zabaglione statt Mascarpone verwendet. Zabaglione besteht aus Eigelb und zypriotischem Wein. Dieser Kombination wird eine anregende Wirkung nachgesagt. Deshalb wurde oftmals der Bräutigam mit der süßen Leckerei versorgt, wenn es auf Hochzeitsreise ging. Durch die Beigabe von Rahm und Keksen entwickelte sich allmählich das heutige Tiramisu.

Tiramisu für Groß und Klein

Diese Geschichte besagt, dass die Nachspeise in ihrer heutigen Rezeptur erstmals im Jahr 1971 in einem Restaurant in Treviso, dem „Beccherie“, angeboten wurde. Der Erfinder des Desserts, der Patissier Roberto Linguanotto, war auf der Suche nach einem Dessert für Gross und Klein gewesen. Schließlich kreierte er das erste – alkoholfreie – Tiramisu. Die venezianische Bezeichnung dafür lautete „Tiramesù“. Durch einen Zeitschriftenartikel wurde das Dessert weltweit bekannt.

Erstmalige Erwähnung auf einer Speisekarte

Hier wird behauptet, dass Tiramisu seit dem Jahr 1951 im Restaurant „Albergo Roma“ in Tolmezzo serviert wurde. 1969 tauchte es erstmals nachweislich als „Tirami Su“ auf der Speisekarte auf.

Der „Kaiserliche Pokal“

Nun befinden wir uns wieder im italienischen Ort Treviso. Dort servierte die Inhaberin des „Ristorante Al Camin“ 1956 erstmals ein Tiramisu. Nach ihrer Heirat eröffnete sie zusammen mit ihrem Angetrauten ein neues Lokal, das „Ristorante Al Fogher“. Auch dort wurde die leckere Süßspeise serviert, allerdings nicht unter der Bezeichnung Tiramisu, sondern als „Coppa Imperiale“, übersetzt „Kaiserlichen Pokal“.

Tiramisu für die Manneskraft

Auch im toskanischen Siena wurde das Tiramisu erfunden. Dort bereitete man schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts die „Suppe des Herzogs“ zu – eine Speise, die dem heutigen Dessert sehr ähnlich war. Diese „Zuppa del Duca“ war zu Ehren des Großherzogs Cosimo III. ‘de Medici kreiert worden und das Rezept sprach sich in Windeseile in ganz Italien herum. Nicht nur aufgrund seines köstlichen Geschmacks, sondern auch wegen seiner potenzsteigernden Wirkung. Dass auch hier der Name „Tiramisu“ vergeben wurde, ist selbsterklärend.

Trockener Kuchen

Die letzte hier geschilderte Version der Entstehungsgeschichte ist eher ernüchternd. Demnach wurde in früheren Zeiten vertrockneter Kuchen in Kaffee eingeweicht, um ihn nicht wegwerfen zu müssen. Um das Gericht einigermassen schmackhaft zu machen, gab man einen Spritzer Alkohol dazu. Als jemand auf die Idee kam, das Resteessen mit Mascarpone aufzuwerten, war das Tiramisu geboren. Wir wissen nicht, wie das Tiramisu nun wirklich entstand und ob es noch mehr Legenden zu seiner Entstehungsgeschichte gibt. Wir wissen jedoch, dass es sich um eines der besten Desserts handelt, die weltweit auf den Tisch kommen. Natürlich auch bei uns!

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